Unnützes Wissen
Wusstest du, dass Kolumbus die Chili für eine Art Pfeffer hielt und sie deshalb auf Englisch bis heute „pepper“ heißt?
Hier sammle ich 100 Dinge über Chilis, die man nicht wissen muss, die aber Spaß machen. Dazu kommen 100 Mythen, die sich hartnäckig halten, jeweils mit dem, was tatsächlich stimmt.
100 Fakten und 100 Mythen
- 001
Schärfe ist kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz. Capsaicin aktiviert denselben Sensor im Körper, der auch auf Hitze reagiert.
Schärfe - 002
Dieser Hitzesensor heißt TRPV1. Für seine Entdeckung erhielt der Forscher David Julius 2021 den Nobelpreis für Medizin.
Schärfe - 003
Die Scoville-Skala erfand der amerikanische Apotheker Wilbur Scoville im Jahr 1912.
Schärfe - 004
Ursprünglich maß man Schärfe mit der Zunge: Testpersonen probierten verdünnte Chiliauszüge, bis sie nichts mehr spürten.
Schärfe - 005
Heute bestimmt man die Schärfe im Labor, indem man den Gehalt an Capsaicin chemisch misst.
Schärfe - 006
Reines Capsaicin kommt auf rund 16 Millionen Scoville-Einheiten.
Schärfe - 007
Gemüsepaprika hat 0 Scoville-Einheiten, denn sie bildet überhaupt kein Capsaicin.
Schärfe - 008
Am schärfsten sind nicht die Kerne, sondern die hellen Scheidewände im Inneren, an denen die Kerne hängen.
Schärfe - 009
Resiniferatoxin aus einer marokkanischen Wolfsmilchart ist rund tausendmal schärfer als reines Capsaicin.
Schärfe - 010
Capsaicin löst sich in Fett und Alkohol, aber kaum in Wasser. Ein Glas Wasser hilft gegen Schärfe deshalb wenig.
Schärfe - 011
Milch lindert Schärfe besser als Wasser, weil das Milcheiweiß Kasein das Capsaicin bindet.
Schärfe - 012
Wasabi, Meerrettich und Senf steigen in die Nase, weil ihre Schärfstoffe flüchtig sind und einen anderen Sensor ansprechen als Chili.
Schärfe - 013
Dieselbe Sorte kann je nach Wetter, Standort und Reife sehr unterschiedlich scharf ausfallen.
Schärfe - 014
Schwarzer Pfeffer und Chili haben nichts miteinander zu tun. Der Pfeffer verdankt seine Schärfe dem Stoff Piperin.
Schärfe - 015
Wer regelmäßig scharf isst, gewöhnt sich daran, denn die Schmerzsensoren werden mit der Zeit weniger empfindlich.
Schärfe - 016
Beim scharfen Anbraten von Chilis kann der Dampf in Augen und Hals brennen, weil Capsaicin mit in die Luft gelangt.
Schärfe - 017
Botanisch gesehen sind Chilischoten Beeren.
Botanik - 018
Chilis gehören zu den Nachtschattengewächsen, genau wie Tomaten, Kartoffeln und Auberginen.
Botanik - 019
Es gibt fünf domestizierte Chili-Arten: Capsicum annuum, chinense, frutescens, baccatum und pubescens.
Botanik - 020
Capsicum annuum bedeutet „einjährig“. Dabei sind Chilipflanzen eigentlich mehrjährig und lassen sich überwintern.
Botanik - 021
Die Rocoto (Capsicum pubescens) hat als einzige Chili-Art schwarze Samen.
Botanik - 022
Pubescens heißt „behaart“: Die Blätter der Rocoto sind fein behaart.
Botanik - 023
Die Rocoto blüht violett, die meisten anderen Chilis blühen weiß.
Botanik - 024
Die Blüten von Capsicum baccatum erkennt man an gelblichen oder grünlichen Flecken auf den weißen Blütenblättern.
Botanik - 025
Capsicum chinense heißt „chinesisch“, obwohl die Art aus Amerika stammt. Der Botaniker, der sie 1776 benannte, glaubte, sie käme aus China.
Botanik - 026
Vögel spüren die Schärfe von Capsaicin nicht, ihr Hitzesensor reagiert nicht darauf.
Botanik - 027
Vögel verbreiten die Chilisamen, die unbeschadet durch ihren Darm wandern. Säugetiere würden die Samen dagegen zerkauen.
Botanik - 028
Grüne und rote Paprika stammen oft von derselben Pflanze. Die roten Früchte sind einfach länger gereift.
Botanik - 029
Chilis bestäuben sich meist selbst, können sich aber mit benachbarten Sorten kreuzen.
Botanik - 030
Chilisamen keimen am besten bei 25 bis 28 °C.
Botanik - 031
Gut getrocknet und kühl gelagert bleiben Chilisamen mehrere Jahre keimfähig.
Botanik - 032
Der wilde Chiltepín gilt als Vorfahr vieler heutiger Sorten und wird oft „Mutter aller Chilis“ genannt.
Botanik - 033
Auch Tabak ist ein Nachtschattengewächs und damit ein Verwandter der Chili.
Botanik - 034
Die Tabasco-Chili gehört zur Art Capsicum frutescens.
Botanik - 035
Es gibt Chilis in fast allen Farben: rot, gelb, orange, grün, violett, braun, fast schwarz und sogar weiß.
Botanik - 036
Chilis stammen aus Amerika. Vor Kolumbus kannte man sie weder in Europa noch in Asien oder Afrika.
Geschichte - 037
Kolumbus brachte 1493 die ersten Chilis von seiner Reise nach Spanien mit.
Geschichte - 038
Kolumbus hielt die Schoten für eine Art Pfeffer. Deshalb heißen Chilis auf Englisch bis heute „pepper“.
Geschichte - 039
Das Wort Chili stammt aus Nahuatl, der Sprache der Azteken.
Geschichte - 040
In der Karibik und in Südamerika heißen Chilis „Ají“, ein Wort aus der Sprache der Taíno.
Geschichte - 041
In Mexiko wurden Chilis schon vor mindestens 6.000 Jahren genutzt und angebaut.
Geschichte - 042
Nach Indien kamen Chilis erst im 16. Jahrhundert, mitgebracht von portugiesischen Seefahrern.
Geschichte - 043
Heute ist Indien der größte Produzent getrockneter Chilis der Welt.
Geschichte - 044
Die als scharf bekannten Küchen Thailands und Sichuans kennen Chilis erst seit rund 500 Jahren.
Geschichte - 045
Vor den Chilis würzte man in Sichuan mit Sichuanpfeffer. Der ist nicht scharf, sondern prickelt auf der Zunge.
Geschichte - 046
Der Ungar Albert Szent-Györgyi gewann Vitamin C aus Paprika und erhielt 1937 den Nobelpreis für Medizin.
Geschichte - 047
Den Namen Capsaicin prägte der britische Apotheker John Clough Thresh im Jahr 1876.
Geschichte - 048
Tabasco wird seit 1868 von der Familie McIlhenny auf Avery Island in Louisiana hergestellt.
Geschichte - 049
Die Chilimaische für Tabasco reift bis zu drei Jahre in Eichenfässern.
Geschichte - 050
Ursprünglich war Kimchi nicht rot. Chili kam erst nach dem 16. Jahrhundert nach Korea.
Geschichte - 051
2021 ernteten Astronauten auf der Internationalen Raumstation erstmals Chilis, die im All gewachsen waren.
Geschichte - 052
Ungarns berühmter Paprika kam vermutlich mit den Osmanen ins Land.
Geschichte - 053
Paprikapulver ist nichts anderes als getrocknete, gemahlene Paprika, meist von milden Sorten.
Küche und Kultur - 054
Cayennepfeffer ist kein Pfeffer, sondern gemahlene scharfe Chili.
Küche und Kultur - 055
Chipotle ist keine eigene Sorte, sondern eine rot geerntete, geräucherte Jalapeño.
Küche und Kultur - 056
Ancho ist der Name der getrockneten Poblano.
Küche und Kultur - 057
Die mexikanische Mole poblano enthält neben vielen Chilisorten auch Schokolade.
Küche und Kultur - 058
Chili con carne ist kein mexikanisches Gericht, sondern stammt aus Texas.
Küche und Kultur - 059
Seit 1977 ist Chili con carne das offizielle Staatsgericht von Texas.
Küche und Kultur - 060
Die tunesische Chilipaste Harissa steht seit 2022 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
Küche und Kultur - 061
Gochujang ist eine fermentierte Chilipaste aus Korea, die aus Chili, Klebreis und Sojabohnen besteht.
Küche und Kultur - 062
In Bhutan sind Chilis Gemüse: Das Nationalgericht Ema Datshi besteht vor allem aus Chilis und Käse.
Küche und Kultur - 063
Das Piment d’Espelette aus dem französischen Baskenland trägt eine geschützte Ursprungsbezeichnung.
Küche und Kultur - 064
In Espelette hängen im Herbst lange Schnüre mit roten Chilis zum Trocknen an den Hauswänden.
Küche und Kultur - 065
In New Mexico heißen solche Chili-Schnüre Ristras.
Küche und Kultur - 066
In Italien bedeutet „peperoni“ Paprika, in Deutschland sind Peperoni scharfe Schoten und in den USA ist Pepperoni eine Wurst.
Küche und Kultur - 067
Was in Deutschland Peperoni heißt, nennt man in Österreich Pfefferoni.
Küche und Kultur - 068
In Indonesien und Malaysia ist Sambal der Oberbegriff für unzählige Chilisoßen und Chilipasten.
Küche und Kultur - 069
Ajvar, die Paprikapaste vom Balkan, wird aus gerösteten Paprika gemacht.
Küche und Kultur - 070
In Mexiko isst man Mango, Melone oder Gurke gern mit Chilipulver, Salz und Limette.
Küche und Kultur - 071
In den Philippinen kommen Chiliblätter als Gemüse in die Hühnersuppe Tinola.
Küche und Kultur - 072
Die Sriracha-Soße ist nach der thailändischen Küstenstadt Si Racha benannt.
Küche und Kultur - 073
Im kalabrischen Diamante findet jedes Jahr ein großes Peperoncino-Festival statt.
Küche und Kultur - 074
Getrocknete Chilis halten sich viel länger als frische, oft weit über ein Jahr.
Küche und Kultur - 075
Scharfes Essen bringt uns zum Schwitzen, weil der Körper glaubt, er sei überhitzt.
Körper - 076
Von scharfem Essen kann die Nase laufen. Auch das ist eine Reaktion auf den vermeintlichen Hitzereiz.
Körper - 077
Viele Forscher führen das Hochgefühl nach sehr scharfem Essen auf ausgeschüttete Endorphine zurück.
Körper - 078
Capsaicin brennt wie Feuer, verursacht in Lebensmitteln aber keine echte Verbrennung.
Körper - 079
In der Medizin werden Pflaster mit Capsaicin gegen bestimmte Nervenschmerzen eingesetzt.
Körper - 080
Pfefferspray enthält einen Auszug aus Chilis, der reich an Capsaicin ist.
Körper - 081
Rote Paprika enthält bezogen auf das Gewicht mehr Vitamin C als Zitronen.
Körper - 082
Capsaicin haftet lange an den Fingern. Wer nach dem Chilischneiden die Augen reibt, merkt das sofort.
Körper - 083
In Afrika schützen Bauern ihre Felder mit Chili-Zäunen vor Elefanten, denn Elefanten meiden den scharfen Geruch.
Körper - 084
Manche Vogelfutter enthalten Chili. Vögel stört das nicht, Eichhörnchen dagegen schon.
Körper - 085
In Indien wurden für Militär und Polizei Rauchgranaten mit Bhut-Jolokia-Chilis entwickelt.
Körper - 086
Die Jalapeño ist nach der mexikanischen Stadt Xalapa benannt.
Namen und Rekorde - 087
Die Habanero ist nach Havanna benannt, wird aber vor allem auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán angebaut.
Namen und Rekorde - 088
Die Tabasco-Chili trägt den Namen des mexikanischen Bundesstaates Tabasco.
Namen und Rekorde - 089
Die Scotch Bonnet heißt so, weil sie an eine schottische Mütze erinnert.
Namen und Rekorde - 090
Bhut Jolokia, die Ghost Pepper, bedeutet „Geister-Chili“.
Namen und Rekorde - 091
Die Carolina Reaper hat einen kleinen Stachel an der Spitze. Reaper bedeutet Sensenmann.
Namen und Rekorde - 092
2007 wurde die Bhut Jolokia als erste Chili mit über einer Million Scoville-Einheiten offiziell anerkannt.
Namen und Rekorde - 093
Die Carolina Reaper war von 2013 bis 2023 offiziell die schärfste Chili der Welt.
Namen und Rekorde - 094
Seit 2023 hält die Pepper X von Ed Currie den Rekord mit durchschnittlich rund 2,69 Millionen Scoville-Einheiten.
Namen und Rekorde - 095
Ed Currie hat sowohl die Carolina Reaper als auch die Pepper X gezüchtet. Er hat sich also selbst übertroffen.
Namen und Rekorde - 096
Bei den Pimientos de Padrón sagt man in Galicien: Die einen sind scharf, die anderen nicht.
Namen und Rekorde - 097
Bei der japanischen Shishito ist etwa jede zehnte Schote scharf.
Namen und Rekorde - 098
Der Bundesstaat New Mexico hat eine offizielle Staatsfrage: „Red or Green?“, gemeint ist die Chilisoße.
Namen und Rekorde - 099
Das Städtchen Hatch in New Mexico nennt sich selbst „Chile Capital of the World“.
Namen und Rekorde - 100
Das Wort Paprika kam über das Ungarische ins Deutsche und geht auf ein slawisches Wort für Pfeffer zurück.
Namen und Rekorde - Mythos M001
„Die Kerne sind der schärfste Teil einer Chili.“✗
Tatsächlich: Am meisten Capsaicin steckt in den hellen Scheidewänden. Die Kerne sind nur scharf, weil sie daran hängen.
Schärfe - Mythos M002
„Ein Glas Wasser löscht das Feuer im Mund.“✗
Tatsächlich: Capsaicin löst sich kaum in Wasser. Wasser verteilt die Schärfe eher im Mund, als sie zu lindern.
Schärfe - Mythos M003
„Kaltes Bier hilft gegen Schärfe.“✗
Tatsächlich: Bier besteht vor allem aus Wasser und enthält wenig Alkohol. Gegen Capsaicin hilft es kaum.
Schärfe - Mythos M004
„Je kleiner die Chili, desto schärfer ist sie.“✗
Tatsächlich: Das ist höchstens eine grobe Faustregel. Die kleine Biquinho ist fast mild, die große Rocoto dagegen richtig scharf.
Schärfe - Mythos M005
„Rote Chilis sind immer schärfer als grüne.“✗
Tatsächlich: Mit der Reife steigt der Capsaicingehalt oft etwas an. Wie scharf eine Chili ist, entscheidet aber vor allem die Sorte.
Schärfe - Mythos M006
„Gelbe Chilis sind mild.“✗
Tatsächlich: Die Farbe sagt nichts über die Schärfe. Gelbe Habaneros, Lemon Drop oder Fatalii sind ausgesprochen scharf.
Schärfe - Mythos M007
„Schärfe ist ein Geschmack wie süß, sauer oder salzig.“✗
Tatsächlich: Schärfe ist ein Schmerzreiz. Capsaicin spricht einen Sensor an, der eigentlich auf Hitze reagiert.
Schärfe - Mythos M008
„Jede Sorte hat einen festen Scoville-Wert.“✗
Tatsächlich: Die Schärfe schwankt je nach Wetter, Standort, Reife und sogar von Schote zu Schote. Deshalb gibt man Bereiche an.
Schärfe - Mythos M009
„Beim Kochen verschwindet die Schärfe.“✗
Tatsächlich: Capsaicin ist hitzebeständig. Beim Kochen verteilt es sich nur im ganzen Gericht.
Schärfe - Mythos M010
„Getrocknete Chilis sind milder als frische.“✗
Tatsächlich: Beim Trocknen geht vor allem Wasser verloren. Das Capsaicin bleibt und ist pro Gramm sogar konzentrierter.
Schärfe - Mythos M011
„Einfrieren macht Chilis milder.“✗
Tatsächlich: Capsaicin übersteht das Einfrieren. Gefrorene Chilis sind weicher, aber kaum weniger scharf.
Schärfe - Mythos M012
„Die Habanero ist die schärfste Chili der Welt.“✗
Tatsächlich: Die Habanero ist sehr scharf, wurde aber längst von Sorten wie Bhut Jolokia, Carolina Reaper und Pepper X übertroffen.
Schärfe - Mythos M013
„Die Carolina Reaper ist die schärfste Chili der Welt.“✗
Tatsächlich: Sie hielt den Rekord von 2013 bis 2023. Seitdem ist die Pepper X offiziell schärfer.
Schärfe - Mythos M014
„Jalapeños gehören zu den sehr scharfen Chilis.“✗
Tatsächlich: Mit etwa 2.500 bis 8.000 Scoville-Einheiten ist die Jalapeño eher mittelscharf.
Schärfe - Mythos M015
„Chilis aus Asien sind schärfer als Chilis aus Amerika.“✗
Tatsächlich: Alle Chilis stammen ursprünglich aus Amerika. Wie scharf sie sind, hängt von der Sorte ab, nicht vom Kontinent.
Schärfe - Mythos M016
„Scharfes Essen verbrennt die Zunge.“✗
Tatsächlich: Capsaicin fühlt sich an wie Hitze, richtet aber in Lebensmitteln keine echte Verbrennung an.
Schärfe - Mythos M017
„Schärfe empfindet jeder gleich.“✗
Tatsächlich: Das Empfinden ist sehr verschieden. Gewöhnung spielt eine große Rolle, wer oft scharf isst, spürt weniger.
Schärfe - Mythos M018
„Wer sich an Schärfe gewöhnt hat, bleibt für immer abgehärtet.“✗
Tatsächlich: Die Gewöhnung lässt nach. Wer eine Weile nicht scharf isst, wird wieder empfindlicher.
Schärfe - Mythos M019
„Capsaicin ist ein einzelner Stoff.“✗
Tatsächlich: Für die Schärfe sorgt eine ganze Gruppe ähnlicher Stoffe, die Capsaicinoide. Capsaicin und Dihydrocapsaicin sind die wichtigsten.
Schärfe - Mythos M020
„Schärfe spürt man nur im Mund.“✗
Tatsächlich: Den Hitzesensor TRPV1 gibt es auch in der Haut, in den Schleimhäuten und im Darm. Deshalb brennt Chili auch an den Fingern oder in den Augen.
Schärfe - Mythos M021
„Chili und schwarzer Pfeffer sind verwandt.“✗
Tatsächlich: Chilis sind Nachtschattengewächse. Schwarzer Pfeffer gehört zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie, den Pfeffergewächsen.
Botanik - Mythos M022
„Paprika und Chili sind verschiedene Pflanzen.“✗
Tatsächlich: Beide gehören zur Gattung Capsicum, meist sogar zur selben Art Capsicum annuum. Paprika ist einfach eine milde Form.
Botanik - Mythos M023
„Chilipflanzen sind einjährig.“✗
Tatsächlich: Chilis sind mehrjährig. Man kann sie überwintern, und sie tragen oft mehrere Jahre.
Botanik - Mythos M024
„Chilis vertragen leichten Frost.“✗
Tatsächlich: Chilis sind frostempfindlich. Schon leichter Frost schädigt die Pflanzen, deshalb kommen sie erst nach den Eisheiligen nach draußen.
Botanik - Mythos M025
„Chilis wachsen nur in den Tropen.“✗
Tatsächlich: Auch bei uns gedeihen Chilis gut, im Gewächshaus, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank.
Botanik - Mythos M026
„Steht eine scharfe neben einer milden Sorte, werden die Früchte schon im selben Jahr schärfer.“✗
Tatsächlich: Eine Kreuzung zeigt sich erst bei den Pflanzen, die aus den Samen wachsen. Die Früchte selbst bleiben sortentypisch.
Botanik - Mythos M027
„Chilis können sich nicht kreuzen.“✗
Tatsächlich: Chilis kreuzen sich durchaus, vor allem innerhalb einer Art. Wer sortenreines Saatgut will, muss die Blüten schützen.
Botanik - Mythos M028
„Aus den Samen einer gekauften Paprika wächst wieder dieselbe Sorte.“✗
Tatsächlich: Viele Paprika im Handel sind Hybridsorten. Ihre Nachkommen fallen sehr unterschiedlich aus.
Botanik - Mythos M029
„Chilis brauchen immer nasse Erde.“✗
Tatsächlich: Staunässe schadet den Wurzeln. Chilis mögen gleichmäßige Feuchtigkeit, die Erde darf zwischendurch antrocknen.
Botanik - Mythos M030
„Chiliblüten müssen von Bienen bestäubt werden.“✗
Tatsächlich: Chilis bestäuben sich meist selbst. Drinnen hilft es, die Pflanzen ab und zu leicht zu schütteln.
Botanik - Mythos M031
„Chiliblätter sind giftig.“✗
Tatsächlich: In Asien werden Chiliblätter gekocht als Gemüse gegessen, etwa in der philippinischen Suppe Tinola.
Botanik - Mythos M032
„Chilisamen keimen innerhalb weniger Tage.“✗
Tatsächlich: Chilis brauchen oft ein bis drei Wochen. Bei mir waren es bei 21 °C zwischen 8 und 18 Tagen.
Botanik - Mythos M033
„Chilisamen muss man vor der Aussaat einweichen.“✗
Tatsächlich: Einweichen kann die Keimung beschleunigen, nötig ist es nicht. Wichtiger sind Wärme und gleichmäßige Feuchtigkeit.
Botanik - Mythos M034
„Grüne, gelbe und rote Paprika sind verschiedene Sorten.“✗
Tatsächlich: Oft sind es nur verschiedene Reifestufen. Viele Paprika werden zuerst grün geerntet und färben sich später gelb, orange oder rot.
Botanik - Mythos M035
„Zierchilis sind giftig.“✗
Tatsächlich: Zierchilis sind ganz normale Chilis und essbar. Viele sind ziemlich scharf, manche schmecken einfach wenig.
Botanik - Mythos M036
„Vögel meiden Chilis wegen der Schärfe.“✗
Tatsächlich: Vögel spüren Capsaicin nicht und fressen Chilis gern. Sie verbreiten so die Samen.
Botanik - Mythos M037
„Chilis vertragen keinen Rückschnitt.“✗
Tatsächlich: Zum Überwintern schneidet man Chilis oft kräftig zurück. Im Frühjahr treiben sie wieder aus.
Botanik - Mythos M038
„Chilis lassen sich nicht im Zimmer ziehen.“✗
Tatsächlich: Mit genug Licht, etwa am Südfenster oder unter einer Pflanzenlampe, wachsen Chilis auch drinnen.
Botanik - Mythos M039
„Es gibt nur rote und grüne Chilis.“✗
Tatsächlich: Chilis gibt es in Gelb, Orange, Violett, Braun, fast Schwarz und sogar in Weiß.
Botanik - Mythos M040
„Die schärfsten Chilis wachsen wild.“✗
Tatsächlich: Die Rekordhalter wie Carolina Reaper und Pepper X sind gezielte Züchtungen.
Botanik - Mythos M041
„Alle Nachtschattengewächse sind giftig.“✗
Tatsächlich: Die Früchte von Tomate, Paprika, Chili und Aubergine sind essbar, ebenso die Knollen der Kartoffel. Giftig sind andere Pflanzenteile mancher Arten.
Botanik - Mythos M042
„Chilis sind Lichtkeimer und dürfen nicht mit Erde bedeckt werden.“✗
Tatsächlich: Chilisamen werden etwa einen halben bis einen Zentimeter tief gesät.
Botanik - Mythos M043
„Chilis stammen ursprünglich aus Asien.“✗
Tatsächlich: Chilis stammen aus Amerika. Nach Asien kamen sie erst im 16. Jahrhundert.
Geschichte - Mythos M044
„Die Chili ist nach dem Land Chile benannt.“✗
Tatsächlich: Das Wort Chili stammt aus Nahuatl, der Sprache der Azteken, und hat mit dem Land Chile nichts zu tun.
Geschichte - Mythos M045
„Paprika stammt ursprünglich aus Ungarn.“✗
Tatsächlich: Paprika stammt aus Amerika. Nach Ungarn kam sie erst nach der Entdeckung Amerikas.
Geschichte - Mythos M046
„Kolumbus segelte los, um Chilis zu finden.“✗
Tatsächlich: Kolumbus suchte einen Seeweg nach Indien und dessen Gewürze wie Pfeffer. Die Chilis fand er eher zufällig.
Geschichte - Mythos M047
„Chilis kamen über Indien nach Europa.“✗
Tatsächlich: Chilis kamen direkt aus Amerika nach Europa, mit spanischen und portugiesischen Seefahrern.
Geschichte - Mythos M048
„Die Thai-Küche war schon immer scharf durch Chilis.“✗
Tatsächlich: Chilis gibt es in Thailand erst seit rund 500 Jahren. Vorher sorgten Pfeffer und andere Gewürze für Schärfe.
Geschichte - Mythos M049
„Kimchi war schon immer rot und scharf.“✗
Tatsächlich: Chili kam erst nach dem 16. Jahrhundert nach Korea. Älteres Kimchi wurde ohne Chili zubereitet.
Geschichte - Mythos M050
„Chili in Schokolade ist eine moderne Erfindung.“✗
Tatsächlich: Schon die Maya und Azteken tranken Kakao mit Chili.
Geschichte - Mythos M051
„Chili con carne ist ein mexikanisches Nationalgericht.“✗
Tatsächlich: Chili con carne stammt aus Texas und ist dort seit 1977 offizielles Staatsgericht.
Geschichte - Mythos M052
„Tabasco-Soße kommt aus Mexiko.“✗
Tatsächlich: Tabasco wird seit 1868 auf Avery Island in Louisiana in den USA hergestellt. Nur die Chili trägt den Namen des mexikanischen Bundesstaates.
Geschichte - Mythos M053
„Sriracha ist eine amerikanische Erfindung.“✗
Tatsächlich: Die Soße ist nach der thailändischen Küstenstadt Si Racha benannt. In den USA wurde eine bestimmte Marke weltberühmt.
Geschichte - Mythos M054
„Harissa ist eine marokkanische Paste.“✗
Tatsächlich: Harissa ist im ganzen Maghreb verbreitet, gilt aber vor allem als tunesisch. Für Tunesien steht sie auf der UNESCO-Liste.
Geschichte - Mythos M055
„Chilis gibt es in Europa schon seit der Antike.“✗
Tatsächlich: Vor der Entdeckung Amerikas kannte man in Europa keine Chilis. Römer und Griechen würzten mit Pfeffer.
Geschichte - Mythos M056
„Cayennepfeffer ist eine Pfeffersorte.“✗
Tatsächlich: Cayennepfeffer ist gemahlene, scharfe Chili. Mit Pfeffer hat er nichts zu tun.
Küche und Kultur - Mythos M057
„Sichuanpfeffer ist eine Chili.“✗
Tatsächlich: Sichuanpfeffer stammt von einem Zitrusgewächs. Er ist nicht scharf, sondern lässt die Zunge prickeln.
Küche und Kultur - Mythos M058
„Piment ist eine Chili.“✗
Tatsächlich: Piment, auch Nelkenpfeffer, ist die Beere eines ganz anderen Baumes. Verwirrend: Auf Französisch heißt Chili „piment“.
Küche und Kultur - Mythos M059
„Chipotle ist eine eigene Chilisorte.“✗
Tatsächlich: Chipotle ist eine rot geerntete, geräucherte und getrocknete Jalapeño.
Küche und Kultur - Mythos M060
„Ancho und Poblano sind verschiedene Sorten.“✗
Tatsächlich: Ancho ist der Name der getrockneten Poblano.
Küche und Kultur - Mythos M061
„Pul Biber ist eine Chilisorte.“✗
Tatsächlich: Pul Biber ist der türkische Name für Chiliflocken.
Küche und Kultur - Mythos M062
„Paprikapulver ist immer mild.“✗
Tatsächlich: Es gibt auch scharfes Paprikapulver, in Ungarn etwa den Rosenpaprika.
Küche und Kultur - Mythos M063
„Das amerikanische „chili powder“ ist reines Chilipulver.“✗
Tatsächlich: In den USA ist „chili powder“ meist eine Gewürzmischung mit Kreuzkümmel, Oregano und Knoblauch.
Küche und Kultur - Mythos M064
„Peperoni und Pepperoni sind dasselbe.“✗
Tatsächlich: In Deutschland sind Peperoni scharfe Schoten, in den USA ist Pepperoni eine Salami.
Küche und Kultur - Mythos M065
„Peperoncino ist eine bestimmte Sorte.“✗
Tatsächlich: Peperoncino ist in Italien der Oberbegriff für scharfe Chilis.
Küche und Kultur - Mythos M066
„Sambal Oelek ist eine Chilisorte.“✗
Tatsächlich: Sambal Oelek ist eine Paste aus zerstoßenen Chilis. Ulek ist der Stößel, mit dem sie zerrieben werden.
Küche und Kultur - Mythos M067
„Gochugaru ist dasselbe wie Paprikapulver.“✗
Tatsächlich: Gochugaru sind koreanische Chiliflocken aus eigenen Sorten, meist mild bis mittelscharf.
Küche und Kultur - Mythos M068
„Mexikanisches Essen ist immer scharf.“✗
Tatsächlich: Viele mexikanische Gerichte sind mild. Die Schärfe kommt oft erst am Tisch mit der Salsa dazu.
Küche und Kultur - Mythos M069
„Chilis gehören nur in herzhafte Gerichte.“✗
Tatsächlich: Chili passt auch zu Schokolade, Mango, Ananas oder Erdbeeren.
Küche und Kultur - Mythos M070
„Wer die Kerne entfernt, nimmt der Chili die ganze Schärfe.“✗
Tatsächlich: Man muss auch die hellen Scheidewände herausschneiden. Selbst dann bleibt etwas Schärfe im Fruchtfleisch.
Küche und Kultur - Mythos M071
„Paprikapulver brät man am besten scharf an.“✗
Tatsächlich: Paprikapulver verbrennt schnell und wird dann bitter. Man gibt es besser erst bei mittlerer Hitze oder mit etwas Flüssigkeit dazu.
Küche und Kultur - Mythos M072
„Chiliöl mit frischen Chilis ist unbedenklich.“✗
Tatsächlich: Frische Zutaten in Öl können verderben, ohne dass man es merkt. Für haltbares Chiliöl nimmt man getrocknete Chilis.
Küche und Kultur - Mythos M073
„Getrocknete Chilis halten ewig.“✗
Tatsächlich: Sie bleiben lange essbar, verlieren aber mit der Zeit Farbe und Aroma.
Küche und Kultur - Mythos M074
„Scharf gewürztes Essen verdirbt nicht.“✗
Tatsächlich: Chili macht Essen nicht haltbar. Scharfe Speisen verderben genauso wie milde.
Küche und Kultur - Mythos M075
„Alle Pimientos de Padrón sind mild.“✗
Tatsächlich: Die meisten sind mild, doch immer wieder erwischt man eine scharfe.
Küche und Kultur - Mythos M076
„Chili ist immer ein Gewürz.“✗
Tatsächlich: In Bhutan sind Chilis Gemüse, das Nationalgericht Ema Datshi besteht vor allem aus Chilis und Käse.
Küche und Kultur - Mythos M077
„Scharfes Essen verursacht Magengeschwüre.“✗
Tatsächlich: Die häufigsten Ursachen von Magengeschwüren sind das Bakterium Helicobacter pylori und bestimmte Schmerzmittel, nicht Chili.
Körper - Mythos M078
„Chili schadet dem Magen grundsätzlich.“✗
Tatsächlich: Gesunde vertragen Chili in üblichen Mengen. Wer einen empfindlichen Magen oder Sodbrennen hat, kann allerdings Beschwerden bekommen.
Körper - Mythos M079
„Mit Chili nimmt man schnell ab.“✗
Tatsächlich: Capsaicin erhöht den Energieverbrauch nur minimal. Zum Abnehmen reicht das bei Weitem nicht.
Körper - Mythos M080
„Chili zerstört die Geschmacksknospen.“✗
Tatsächlich: Capsaicin reizt Schmerzsensoren, zerstört aber keine Geschmacksknospen.
Körper - Mythos M081
„Scharfes Essen verursacht Hämorrhoiden.“✗
Tatsächlich: Dafür gibt es keine Belege. Bestehende Beschwerden kann scharfes Essen aber reizen.
Körper - Mythos M082
„Scharfes Essen löst Wehen aus.“✗
Tatsächlich: Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
Körper - Mythos M083
„Wer beim Chiliessen schwitzt, hat Fieber bekommen.“✗
Tatsächlich: Capsaicin gaukelt dem Körper nur Hitze vor. Das Schwitzen ist eine Reaktion auf diesen falschen Alarm.
Körper - Mythos M084
„Chili macht körperlich süchtig.“✗
Tatsächlich: Eine körperliche Abhängigkeit ist nicht bekannt. Viele mögen aber den Kick und das gute Gefühl danach.
Körper - Mythos M085
„Chili heilt eine Erkältung.“✗
Tatsächlich: Chili kann die Nase zum Laufen bringen, heilt aber keine Erkältung.
Körper - Mythos M086
„Nur Milch hilft gegen Schärfe.“✗
Tatsächlich: Auch Joghurt, Käse, Sahne und andere fett- oder eiweißreiche Lebensmittel lindern die Schärfe.
Körper - Mythos M087
„Capsaicin bekommt man mit Wasser leicht von den Händen.“✗
Tatsächlich: Capsaicin ist fettlöslich und haftet hartnäckig. Gründliches Waschen mit Seife hilft mehr als Wasser allein, beim Schneiden scharfer Sorten am besten Handschuhe tragen.
Körper - Mythos M088
„Getrocknete Chilis haben genauso viel Vitamin C wie frische.“✗
Tatsächlich: Beim Trocknen geht ein großer Teil des Vitamin C verloren.
Körper - Mythos M089
„Grüne Chilis sind unreif und deshalb ungesund.“✗
Tatsächlich: Grüne Chilis sind unreif, aber essbar. Jalapeños, Padrón oder Serrano werden meist grün gegessen.
Körper - Mythos M090
„Pfefferspray ist einfach Chilipulver in der Dose.“✗
Tatsächlich: Pfefferspray enthält einen hochkonzentrierten Auszug aus Chilis oder künstlich hergestellte Capsaicinoide.
Körper - Mythos M091
„Ghost Pepper und Bhut Jolokia sind zwei verschiedene Chilis.“✗
Tatsächlich: Es ist dieselbe Chili. Bhut Jolokia ist ihr Name in Indien, Ghost Pepper der englische.
Namen und Rekorde - Mythos M092
„Die Pepper X stammt aus Mexiko.“✗
Tatsächlich: Die Pepper X wurde von Ed Currie in South Carolina in den USA gezüchtet.
Namen und Rekorde - Mythos M093
„Die Carolina Reaper kommt aus North Carolina.“✗
Tatsächlich: Ed Currie züchtete sie in South Carolina.
Namen und Rekorde - Mythos M094
„Die Habanero stammt aus Kuba.“✗
Tatsächlich: Der Name bedeutet „aus Havanna“, doch angebaut wird sie vor allem auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko. Ihre Art stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet.
Namen und Rekorde - Mythos M095
„Jalapeño ist das spanische Wort für scharf.“✗
Tatsächlich: Die Jalapeño ist nach der mexikanischen Stadt Xalapa benannt.
Namen und Rekorde - Mythos M096
„Scotch Bonnet und Habanero sind dieselbe Chili.“✗
Tatsächlich: Beide gehören zur Art Capsicum chinense und sind eng verwandt, sind aber verschiedene Sorten.
Namen und Rekorde - Mythos M097
„Die Trinidad Scorpion heißt so, weil sie giftig ist.“✗
Tatsächlich: Ihren Namen verdankt sie dem kleinen Stachel an der Spitze, der an einen Skorpion erinnert.
Namen und Rekorde - Mythos M098
„Tabasco-Soße wird aus Habaneros gemacht.“✗
Tatsächlich: Die klassische Tabasco-Soße wird aus der Tabasco-Chili gemacht, die zur Art Capsicum frutescens gehört.
Namen und Rekorde - Mythos M099
„Scoville-Rekorde werden nur geschätzt.“✗
Tatsächlich: Rekordwerte werden im Labor gemessen und erst dann offiziell anerkannt.
Namen und Rekorde - Mythos M100
„Capsicum chinense stammt aus China.“✗
Tatsächlich: Die Art stammt aus Amerika. Der Botaniker, der sie 1776 benannte, glaubte irrtümlich, sie käme aus China.
Namen und Rekorde